Norman ist bereit für die Saison |
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| Posted by Administrator (admin) on 11.08.2008 |
| Norman Keck >> |
Redaktion des Eiskunstlaufteams (RET): Hallo und guten Abend Norman, nett, dass du dir ein paar Minuten für uns genommen hast.
Norman Keck (NK): Hallo.
RET: Du bist doch ein echter Hesse und hast auch in Hessen mit dem Eiskunstlaufen begonnen, stimmt's?
NK: Ja, das ist wahr, obwohl ich eigentlich nicht so lange in Hessen gelaufen bin. Ich begann in Bad Nauheim mit dem Eislaufen. Ich habe keine Wettbewerbe für Hessen bestritten und kam als Figurenläufer nach Mannheim.
RET: Wie kam das?
| NK: In Bad Nauheim wurde im Sommer das Training in Garmisch organisiert und so kam es, dass unser Trainer riet: "Wer weiter kommen möchte, muss nach Mannheim!" ('wegen der geographischen Nähe zu Hessen). Er empfahl mir Herrn Zöller, zu dem ich dann auch kam.
RET: Warst du gleich voll dabei?
NK: Nein, ich habe normal das Clubtraining und auch die Fördergruppe mitgemacht und nur ab und zu Privatunterricht genommen.
RET: Wie ist das als Junge in die Eiskunstlaufwelt zu kommen. Ist das problematisch? Wird man da von anderen gehänselt?
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NK: Nein, ich empfand das nicht so, auch wenn hin und wieder Randkommentare zu hören waren. Als ich nach Mannheim kam, waren wir sieben Jungs. Davon ist leider nicht viel übrig geblieben, aber ich war eben nicht alleine am Anfang. Ich wusste von vorn herein, dass mich diese Sportart fasziniert und wollte eigentlich keine andere Sportart betreiben.
RET: Welchen Doppelsprung hast du als ersten gelernt?
NK: Das war klassisch zuerst der Axel und dann der Doppelsalchow. Von den Dreifachen lernte ich zuerst den Dreifach-Salchow und dann erst den Doppelaxel, den ich besonders gern, wie den Dreifach-Flip habe. Dann kam der Dreifach-Toeloop.
RET: Du warst relativ schnell erfolgreich, auch wenn du offensichtlich später die Sprünge gelernt hast als andere...
NK: Ja, den Doppelaxel lernte ich erst mit 14. Mit 13 war ich aber schon mit sauberem Doppel-Lutz Deutscher Nachwuchsmeister 2002
RET: Juniorenmeister warst du ja auch.
NK: Ja, das war Die Meisterschaft 2005. Da war ich gerade zu Herrn Sczypa gewechselt.
RET: Nicht mehr bei Herrn Zöller?
NK: Nein, bei ihm war ich schon länger nicht mehr. Ich war davor bei Frau Stephan.
RET: Ach, so?
NK: Ja, ich wechselte schon einmal von Herrn Zöller zu Frau Stephan. Das war nach meinem Alleingang nach Kroatien, wo ich für den JGP nominiert wurde, obwohl ich nicht im Kader war.
RET: Alleingang?
NK: Ja ich musste ohne Trainer reisen, weil mein Trainer da andere Prioritäten hatte. So entschied ich, nach Empfehlung der Eiskunstlaufabteilung des Vereins, zu Frau Stephan zu gehen, die ich ja in München (Oberstdorf) etwas "beschnuppern" durfte.
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RET: Und dann?
NK: Frau Stephan kam mit einem total neuen Stil nach Mannheim. Keiner war ihre Vorgehensweise gewohnt und diese war etwas gewöhnungsbedürftig. Sie erschien mir zuerst etwas zu streng, andererseits empfand ich ihren Stil etwas "erzieherisch und bemutternd" und es machte mir Schwiergikeiten mich an diesen Stil zu gewöhnen. Ich hatte allerdings meine fünf Dreifachen bei ihr wieder in Schuss bekommen, so dass ich dann damit bei Herrn Sczypa Juniorenmeister wurde.
RET: Was geschah danach?
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NK:Dann kam eine Zeit der Stagnation. Ich wurde zum JGP in Courchevel nominiert und fuhr mit meinem Trainer nach Frankreich. Dort machte ich den dritten Platz im Kurzprogramm und bescherte mir somit eine wunderbare Ausgangslage für die Kür, für die ich auch gut vorbereitet war. Der Druck wuchs, als mein Trainer vor der Kür sagte, dass er nichts anderes erwarte, als mindestens den dritten Platz zu halten. Dem Druck konnte ich nicht standhalten und versagte kurzerhand bei einigen Sprüngen. Ich wurde dann in der Kür und im Gesamtergebnis Sechster.
RET: Sehr enttäuscht?
NK: Ja, sehr. Aber noch enttäuschter schien da mein Trainer zu sein. Er fand keine Worte für mich.
RET: Wie geht man mit so einer Situation um?
NK: Es war sehr schwer für mich. Diese Erfahrung war ein Knick in meiner Laufbahn. Ich war sehr verunsichert und dies machte sich allmählich in anderen Wettbewerben breit und die Unterstützung wurde immer prekärer. Mir fehlte natürlich viel Erfahrung, um mit solchen Dingen umzugehen.
RET: Ich stellte Katharina die gleiche Frage: Fehlt hier eine Bezugsperson, die in diesen Lagen die nötige Unterstützung bietet?
NK: Ja, auf jeden Fall.
RET: Hat Norman Keck persönlich eine solche Bezugsperson, wie Vater oder Mutter oder sonst jemand, der bei den Wettbewerben die stüzende Schulter stellt?
NK: Nein, bei mir nicht so direkt. Das mache ich in der Regel selber.
RET: Wer hat denn den größten Einfluss in deiner sportlichen Karriere?
NK: Mein Vater ist das.
RET: Bist du ein Wettkampftyp?
NK: Eigentlich schon oder besser, das war ich bis zum JGP in Courchevel und dann in Den Haag. Danach wurde es immer schwieriger.
RET: Warum? Welche sind die Faktoren, die hier Einfluss nehmen?
NK: Die Selbstsicherheit leidet plötzlich. Du denkst: "Ich darf diesen Sprung nicht fallen" und du machst dir viel zu viele Gedanken. Es ist die Angst vor der Blamage.
RET: Die Selbstsicherheit ist also ein nicht zu unterschätzender Faktor, oder?
NK: Ja, auf jeden Fall. Die Unsicherheit ist kein guter Begleiter.
RET: Hast du letztens wieder in diesem Gebiet Boden gut gemacht?
NK: Ja, Frau Stephan kann mit diesen Dingen sehr gut umgehen und bei uns in der Gruppe leistet sie eine hervorragende untersützende Arbeit. Sie redet viel mit uns und wir können mit ihr sehr offen sprechen. Sie sagt uns natürlich klipp und klar wo es lang geht. Das finden wir aber auch gut, weil wir so einen konstanten zuverlässigen Coach haben.
RET: Was steht täglich bei dir auf dem Programm?
NK: Arbeiten bis ca.15.30 Uhr und dann mindestens 2 Stunden Training auf dem Eis.
RET: Reicht das?
NK: Eigentlich nicht. Um erfolgreich zu sein, brauchst du 3 Stunden Training täglich, wobei eine Stunde auf dem Eis reichen würde. Dazu käme unbedingt Ausdauer- und Krafttraining, sowie andere Disziplinen wir Turnen, Ballett und anderes hinzu.
RET: Ist das Schulleben fördernd oder hemmend?
NK: Es ist traurig, aber das Schulsystem ist vollkommen hemmend.
RET: Helfen da Internate wie in Oberstdorf, Chemnitz und Berlin?
NK: Ich weiß nicht, aber ich kenne momentan keine Spitzenläufer aus diesen Orten, wo man sagen könnte, dass diese Form der Schule geholfen hätte.
RET: Weht ein neuer Wind, seit Sarah die Meisterschaft gewonnen hat?
NK: Ja, ich denke wir profitieren alle davon.
RET: Wie, genau?
NK: Wir haben beispielsweise im Sommer das Turnen probieren können, wir haben den Besuch von Uschi Keszler in Anspruch nehmen können und ich glaube, dass generell der Standort Mannheim davon profitiert. Wir werden mehr wahrgenommen.
RET: Apropos Sarah, was gehört zum Erfolg aus deiner heutigen Sicht?
NK: Es gehört der Wille und ein Quäntchen Glück dazu.
RET: Wie kommt man am besten zu einem Wettbewerb?
NK: Am besten kommt man gut vorbereitet, durchtrainiert und selbstsicher. Niemals aufgeben. Man sollte die Sprünge immer wieder durchgehen, jeden Tag, egal, wie man sich da fühlt.
RET: Welche sind deine Vorsätze für die startende Saison?
NK: Ich fühle mich fit, ich möchte zu meiner alten Form zurückfinden, ich möchte wieder in den Bundeskader kommen und den Dreifach-Axel beherrschen.
RET: Das sind ja klare Worte. Danke Norman für deine Zeit und wir wünschen dir die Erfüllung deiner Vorsätze. Bis bald
NK: Danke. Bis bald
Letzte Änderung: 17.08.2008 um 15:37
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